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Zitate und zitieren: Funktion und Aufbau von Zitaten

"Trau keinem Zitat, das du nicht selbst aus dem Zusammenhang gerissen hast." Johannes Rau

Eine wissenschaftliche Arbeit besteht nicht nur aus dem eigens erarbeiteten Teil, sondern immer auch aus Ideen und Ausarbeitungen anderer Autoren. So ist es im Rahmen des wissenschaftlichen Arbeitens nötig, bereits existierende Theorien zu vergleichen oder weiterzuentwickeln sowie bestehende Definitionen und Gedanken als Grundlage für die eigenen Ausführungen zu verwenden.

Die Qualität Ihrer Arbeit hängt logischerweise von Ihrer Eigenleistung ab. Zu einem großen Teil wird Ihre Arbeit aber auch anhand der verwendeten Zitate und Ihrer Zitationstechnik beurteilt. Es ist deshalb von großer Bedeutung, alle von anderen Autoren übernommenen Gedanken mit größter Sorgfalt als Zitate zu kennzeichnen.

Funktion von Zitaten

Zitate sind übernommene Textteile einer fremden Ausarbeitung, die durch eine genaue Quellenangabe belegt werden. Sie können aus einzelnen Wörtern, Sätzen, Absätzen oder aber aus Gedankengängen und ganzen Arbeiten anderer Autoren bestehen.

Wenn Sie übernommene Aussagen nicht als Zitate kennzeichnen, verliert Ihre Arbeit nicht nur an Qualität. Sie können sich auch des Plagiats schuldig machen und aus der Prüfung ausgeschlossen werden. Im schlimmsten Fall müssen Sie mit strafrechtlichen Folgen rechnen. Widmen Sie sich daher dem Zitieren gewissenhaft und überprüfen Sie genau, welche Aussagen zitiert werden müssen.

Was ist zu zitieren?

Grundsätzlich ist jede von anderen Autoren wörtlich übernommene Textpassage und jede Ausführung, die sich an die Gedankengänge anderer Autoren anlehnt, als Zitat zu kennzeichnen. Zitierpflichtig sind somit alle Quellen, die von Dritten ausgearbeitet wurden. Dazu gehören Bücher, Gesetzestexte, andere wissenschaftliche Arbeiten (Dissertationen, Habilitationen) und Inhalte aus dem Internet.

Allgemeinwissen einer Wissenschaftsdisziplin sowie Allgemeinwissen, das Konversationslexika zu entnehmen ist, muss dagegen nicht zitiert werden.

Zitierfähigkeit und Zitierwürdigkeit von Quellen

Bei der Frage, ob eine Quelle zitiert werden darf, wird deren Verfügbarkeit für Dritte relevant. Zitierfähig sind diejenigen Quellen, die jederzeit von Dritten nachgeprüft werden können. Publizierte Bücher und Zeitschriftenaufsätze sind in jedem Fall zitierfähig. Die Beschaffung von Diplomarbeiten oder internen Unternehmenspapieren kann dagegen mit erheblichen Schwierigkeiten für Dritte verbunden sein. Wollen Sie dennoch nicht darauf verzichten, eine nicht zugängliche Quelle zu verwenden, sollten Sie dies in einer Anmerkung unter Nennung des Urhebers und dessen Adresse darlegen.

Desweiteren sollten Sie berücksichtigen, dass an eine Quelle gewisse Qualitätsansprüche gestellt werden. Als zitierwürdig gelten nur diejenigen Quellen, die als seriös einzustufen sind. Insbesondere sollten Sie auf die Aktualität der verwendeten Quellen achten. Vermeiden Sie die Verwendung von Sekundärquellen, sofern die entsprechenden Primärquellen Ihnen zur Verfügung stehen.

Nicht zitierwürdig sind i. A. Publikumszeitschriften und -zeitungen sowie Belletristik. Auch Einführungsliteratur, Vorlesungsskripte, Seminar- und Diplomarbeiten sowie Praktikerbücher können dem wissenschaftlichen Anspruch nur im Ausnahmefall standhalten. Lexika, die für die breite Öffentlichkeit verfasst wurden, sind zur Definition von Begriffen im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit ungeeignet.

Viele wissenschaftliche Publikationen sind heute online verfügbar, Internetquellen haben aber auch ihre Tücken. PDF-Dokumente versprechen einen gleichbleibenden Text an einem hoffentlich dauerhaften Ort im Netz. „Normale" html- oder gar php-Seiten sind dagegen oft einem schnellen Wandel unterzogen und können nach wenigen Stunden den zitierten Inhalt verlieren.

Eine besondere Frage ist auch die nach der Zitierfähigkeit von Online-Lexika. Die Online-Version eines gedruckten Lexikons ist problemlos. Wikipedia mit seinem nicht wissenschaftlich lektorierten Inhalt, der sich laufend verändern kann, wird dagegen zumeist nur als persönlicher Recherche-Start fungieren dürfen.

Aufbau von Zitaten

Grundsätzlich lassen sich zwei Zitiertechniken unterscheiden: Der Vollbeleg und das Kurzzitat.

Beim Vollbeleg geben Sie alle bibliographischen Angaben an:
Name und Vorname des Verfassers, Stichwort, Jahr der Herausgabe, Titel des Werkes, Auflage (bei mehr als einer), Zitierstelle und der Ort des Verlags. Am einfachsten ist das bei der Monographie (1 Buch = 1 Autor), komplexer bei Beiträgen in Sammlungen.

Beispiele Zitate:

  • Monographie: Bänsch, Axel (Wissenschaftliches Arbeiten 1993): Wissenschaftliches Arbeiten: Seminar- und Diplomarbeiten, 2. Auflage, S. 32-33, Oldenburg.
  • Aufsatz: Brink, Alfred (Simulationstechnik 1989): Der Einsatz der Simulationstechnik in der Betriebswirtschaft, in: Das Wirtschaftsstudium, 18 Jg. (1989), S. 679-658.
  • Beitrag in einem Sammelwerk: Brink, Alfred (Produktionsprogrammplanung 1996): Produktions- und Absatzprogrammplanung bei knappen Kapazitäten mit unsicheren Informationen über die Planungsgrößen, in: Münsteraner Fallstudien zum Rechnungswesen und Controlling, hrsg. von Becker, Jörg; Grob, H. L., Zwehl, W. von, Oldenburg: München/Wien 1996, S. 193-217.

Der Vollbeleg ist insbesondere dann anzuwenden, wenn Ihre Arbeit kein Literaturverzeichnis enthält. In diesem Fall muss jede zitierte Quelle bei ihrer erstmaligen Erwähnung als Vollbeleg in der Fußnote des Fließtextes aufgeführt werden.

Das Kurzzitat entwickelt sich immer mehr zur üblichen Belegform. Sie geben dabei lediglich den Namen, den abgekürzten Vornamen, evtl. Stichwort, Jahr (nach dem Autor oder dem Stichwort) und die Zitierstelle an.

Beispiele:

  • Monographie: Bänsch, A., Wissenschaftliches Arbeiten, 1993, S. 32-33.
  • Aufsatz: Brink, A. (1989), Simulationstechnik, S. 680 f.
  • Beitrag in einem Sammelwerk: Brink, A. 1996, S. 209.

De Kurzzitat sieht man also seine Herkunft aus Monographie oder Aufsatz nicht an. Bei Anwendung der Kurzzitierweise erfolgt die Angabe der vollständigen bibliographischen Angaben mittels Vollbeleg erst im Literaturverzeichnis.

Innerhalb des Fließtextes können Sie zwischen zwei grundsätzliche Zitierweisen unterscheiden: dem Fußnoten-Modus und der „Amerikanischen Zitierweise".

Fußnoten-Modus

Bei dieser Vorgehensweise wird das Zitat im Fließtext durch eine hochgestellte Nummer am Ende des jeweiligen Zitats gekennzeichnet. Die Quellenangabe erfolgt mittels Kurzzitat in der Fußnote. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Zitat mit einem Großbuchstaben beginnt und einem Punkt endet. Erst im Literaturverzeichnis erfolgt die vollständige Zitation mittels Vollbeleg. Stellen Sie also sicher, dass das Zitat im Fließtext der Quellenangabe im Literaturverzeichnis eindeutig zugeordnet werden kann.

„Amerikanische Zitierweise"

Bei dieser Zitierweise wird das Zitat direkt im laufenden Text mittels Kurzzitierweise belegt, z.B. so: (Theisen, M. R., 1998, S. 130). Dabei werden keine Unterschiede zwischen direktem Zitat und indirektem Zitat gemacht, also ob Sie wörtlich in Anführungszeichen zitieren oder den Inhalt in eigenen Worten wiedergeben. Sind weitere Anmerkungen wie Zusatzinformationen, Erklärungen oder Quellenverweise erforderlich, so ist diese Zitierweise eher ungeeignet.

Die Wahl für Fußnoten- oder amerikanische Zitierweise hängt zudem vom Stil Ihres Fachbereichs ab. So ist in vielen Natur- und Sozialwissenschaften die Zitierung in Klammern schon lange üblich, während Historiker oder Juristen die Fußnoten vorziehen.

Unabhängig davon für welche Zitierweise Sie sich entscheiden, es gilt: Zitieren Sie innerhalb Ihrer Arbeit einheitlich! Haben Sie sich erst einmal für eine Zitationstechnik entschieden, muss diese strikt eingehalten werden.

Quellen Zitate und zitieren:

  • Bänsch, Axel (1993): Wissenschaftliches Arbeiten: Seminar- und Diplomarbeiten. München.
  • Preißner, Andreas (1994): Wissenschaftliches Arbeiten. Oldenburg.
  • Brink, Alfred (2005): Anfertigung wissenschaftlicher Arbeiten. München.
  • Peterssen, Wilhelm H. (1988): Wissenschaftliche(s) Arbeiten: Eine Einführung für Schüler und Studenten. Ehrenwirth.
  • Theissen, Manuel René (1998): Wissenschaftliches Arbeiten: Technik - Methoden - Form. 9. Auflage. München.

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